5,9% des rhein-rhone-kanals

Eine Woche Urlaub ist nicht wirklich lang oder zumindest kommt man mit einem Boot in der Zeit nicht besonders weit und wir hatten eine lange To Do-Liste an Arbeiten, die wir in der Zeit ebenfalls erledigen wollten.

Die erste Schleuse des Rhein-Rhône-Kanals ist bedient. Unsere Absicht wurde vom Schleusenwärter von Weitem erkannt und so bekamen wir ohne weiteres Zutun grünes Licht. Ich hatte befürchtet, dass ich womöglich telefonieren müsse. Die erste Schleuse ist mit 3.10m Hub recht hoch und so wurden die Leinen vom Schleusenwärter abgenommen. Das Wasser schoss zügig in die Schleusenkammer und wir kämpften ziemlich gegen die Strömung. Als wir oben waren wurde uns eine Fernbedienung ausgehändigt und erklärt, womit wir die kommenden Schleusen selber ansteuern konnten. Vorneweg: das funktionierte jedesmal problemlos.

Der Kanal an sich ist eher schmal. Der Abschnitt durch den Wald ist landschaftlich zwar sehr schön, aber mit anderen Schiffen will man hier nicht kreuzen. Ganz zu schweigen von den Hotelschiffen… da müsste man schlimmstenfalls zurück fahren. Die Kelpie überlebte aber alle Begegnungen ohne Schrammen. Einzig ein Schleusentor und eine enge Brückendurchfahrt forderten Tribut. Dort stand jeweils etwas vor, was wir unmöglich sehen konnten und so knallte es zweimal an der Scheuerleiste. Ärgerlich sowas, aber es lässt sich halt auch nicht vermeiden.

Der erste Anleger in Abergement-la-Ronce war bereits besetzt und so mussten wir ohne Halt durch das Solvay-Chemie-Areal fahren. Gut, hier will man auch nicht anlegen, denn Gebäude und Tanks machen keinen guten Eindruck. In Choisey gab es den nächsten Anleger und hier war Platz genug. Die Deutschen Eigner der „Grosser Frieden“ halfen uns ganz selbstverständlich beim Anlegen.

Sieben Schleusen waren genug für einen Tag und so wollten wir hier übernachten. Der Platz war schön und so war uns sofort klar, dass wir hier einen Ruhetag verbringen würden. In Choisey gab es genügend Versorgungsmöglichkeiten und mit dem Fahrrad fuhr man in 20 Minuten gemütlich nach Dôle. Wir hatten uns kurz überlegt am nächsten Tag doch weiter nach Dôle zu fahren. Der Hafen dort war zwar schön, allerdings war gegenüber die laute Hauptstrasse. Lieber nicht.

Nun ja und irgendwie ergab es sich, dass wir dann gar nicht mehr weiter fuhren. 😂 Unser Platz war ruhig, ideal gelegen, sauberes Wasser (trotz Kanalabschnitt) und wir hatten genug Arbeiten zu erledigen.

Dienstag und Mittwoch war es brütend heiss. Da nutzten wir die nasse Abkühlung gerne. Dabei fiel uns auf, dass auf der anderen Seite des Kanals alles voller Brombeeren war. Knappe drei Kilo wurden anschliessend zu Konfitüre verarbeitet.

Als unser Urlaub sich dem Ende nahte bekamen wir neue Nachbarn. Ein Schweizer Ehepaar, die mit ihrer „Nautilus“ unterwegs sind. Äusserst angenehme Zeitgenossen. Gerne genossen wir am Freitagabend bei einem anregenden Gespräch mehrere Gläser Rosé auf ihrer Pflicht. 🍷

Am Samstag fuhren wir zurück. Wir hatten die Hoffnung, dass wir am Anleger in Abergement-sur-Ronce übernachten können. Der Wasserstand war etwas niedrig. Unser Tiefenmesser lieferte unwirkliche Werte was darauf hin deutete, dass wir bereits im Schlamm fuhren. Ging aber alles gut.

Am Sonntag ging’s zurück in unseren Hafen. Wir hatten uns den Tipp vom Schweizer zu Herzen genommen und schleusten mit nur einer Leine und ohne die Kelpie zwanghaft am ausgewählten Ort zu halten. So schwankte sie in der Strömung sanft vor und zurück. Ganz ohne Kraftaufwendung.

Obwohl der Urlaub kurz und mit viel Arbeit am Boot verbunden war, war er sehr erholsam. Den Rhein-Rhone-Kanal befahren wir zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt etwas weiter. 😂

Unser kleines Fahrtenbuch findet sich wieder auf Track my Tour


Die Arbeiten

Christoph hatte den Steuerstand neu gemacht. Die zuhause vorbereiteten Teile passten und so mussten alle Anzeigen und Geräte umgesetzt werden. Dabei passierten zwei Missgeschicke: Das Gefäss mit dem Hydrauliköl war undicht, was wir erst beim Wiederanbau bemerkten. Alles Öl war ausgelaufen. Und beim Beschriften der ganzen Kabel hatte ich eines vergessen und entsprechend wurde es nicht wieder angebracht. Das hatte zur Folge, dass weder der Gashebel noch Bug- und Heckstrahlruder funktionierten. 😱 Es dauerte einige Zeit bis Christoph das Kabel entdeckte…

Des Weiteren wurde das Kabel der Heckkamera sauber im Dach verlegt. Die Deckwaschpumpe wurde durch eine andere Druckpumpe ersetzt. Die alte Pumpe soll zukünftig für die Klospülung verwendet werden. Und dann haben wir endlich das überflüssige Pissoir rausgerissen. Der Badezimmerumbau hat somit auch begonnen.

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