Der Plan für unser Osterurlaub war klar: Wir befahren den Canal du Centre, kommen zurück nach Chalon-sur-Saône, Christoph geht zwei Tage arbeiten während Janine da wartet und danach fahren wir wieder nach Saint-Jean-de-Losne. Guter Plan.
Fürs Osterwochenende hatten sich Sabine und Bert angekündigt. Sie fuhren von Saint-Jean-de-Losne mit nach Seurre. Leider war das Wetter am Donnerstag nicht schön. Gemütlich an Deck sitzen und die Fahrt geniessen ging leider nicht. Aber drinnen mussten Sie wenigstens nicht frieren oder wurden nass. Bert wurde auch gleich zum Schleusen eingespannt. Er ist segelerfahren aber eine Schleuse war was Neues. Am Freitag nach dem Frühstück fuhren sie, bei besserem Wetter, mit ihren Fahrrädern entspannt zurück zum Campingplatz. Danke fürs mitkommen – wir haben uns sehr gefreut!
Für uns ging die Reise Richtung Süden weiter. Am Samstag fuhren wir in den Canal du Centre. Die erste Schleuse mit einem Hub von 10.67m flösste uns Respekt ein. Wir waren schon ganz gespannt. Wir machten am Anleger vor dem Schleusentor fest und warteten auf grünes Licht. Aber irgendwie schien das hier alles etwas zu ruhig. Von weitem hatten wir die Ampeln nicht gesehen. Kein Wunder, sie leuchteten nicht, nicht mal rot. Vielleicht keine schlechte Idee jetzt mal die App vom VNF zu kontaktieren… aha… oh… öhm… das wird wohl nix. Der Kanal ist wegen einem Leck seit dem 11. April gesperrt. 🫣 Man hätte sich diesbezüglich auch vor der Abfahrt mal informieren können. Was sind wir doof 🤪 Totale Webstübler, wie man bei uns sagt. Wir machten das beste daraus. Wir hatten vorgehabt nach der Schleuse anzulegen und gleich nebenan einzukaufen. Nun gingen wir halt zu Fuss hin. Anschliessend erst mal zu Mittag essen und dann einen neuen Schlachtplan ausarbeiten.
Was bot sich an? Wir mussten die Tage, an denen Christoph arbeiten ging in Chalon-sur-Saône sein. Er hatte bereits Bahntickets gekauft. Weiter südlich führt die Seille in die Saône… also nichts wie hin.
In der Schleuse von Ormes kam Christoph mit zwei schweizer Radfahrern in Gespräch. Spontan lud er sie ein mit uns nach Tournus zu fahren. Aber nach der Schleuse gab es keinen Anleger, an dem wir die Beiden hätten aufladen können. So fuhren wir alleine bis Tournus. Wir wollten uns eine Kleinigkeit zu Mittag machen, als die Beiden im Hafen ankamen. Also erst mal vernünftig vorstellen und Elisabeth und Stefan das Boot zeigen. Kurzerhand luden wir ihre Fahrräder aufs Boot und nahmen die Beiden bis zur ersten Schleuse der Seille mit. Es war eine kurzweilige Fahrt während der wir erfuhren, dass Stefan dabei ist ein kleines Dampfschiff zu bauen.Wir würden uns freuen, wenn wir uns das irgendwann ansehen dürfen.
Nachdem wir die erste Schleuse noch zusammen überwunden hatten, verliessen uns die Beiden wieder. Das war irgendwie eine verrückte Aktion – aber hat Spass sie kennenzulernen.
Direkt nach der Schleuse war der kleine Hafen von La Truchère, wo wir anlegten. Christoph schickte mich nach draussen, weil der Osterhase noch auf Besuch komme. Ich schnappte mir meinen Cocktail und setzte mich auf eine Bank an der Promenade. Als ich zurück aufs Boot durfte, hiess es Osterhasen suchen. Es dauerte beinahe zwei stunden, bis ich alle 32 Hasen gefunden hatte! 🤪😂
Tags darauf erwartete uns unsere erste manuelle Schleuse. Wir hatten Glück, sie war auf unserer Seite offen. So konnten wir direkt einfahren. Danach hiess es kurbeln. Erst die Tore und Schieber hinter uns schliessen, anschliessend musste einer zurück aufs Boot um die Leine zu führen. Der andere öffnete die Schieber an den vorderen Toren, damit das Wasser einströmen konnte. Hat man das Level erreicht müssen die Tore natürlich zum Ausfahren geöffnet werden. Alles in allem kein Hexenwerk. Das Schleusen war so gemütlicher und interessanter als die vollautomatischen Schleusen. Man kann im eigenen Tempo arbeiten.
Die Fahrt durch die Seille war wirklich sehr idyllisch. Es wirkt alles so naturbelassen und ursprünglich. Es war herrlich ruhig und hatte nur wenig Verkehr. Nach dem Abzweiger nach Louhans wurde es tatsächlich noch grüner und schmaler.
In Louhans endet die Fahrt auf der Seille, denn weiter ist sie nicht mehr schiffbar. Wir fuhren gleich wieder zurück bis nach Branges, da uns der Hafen in Louhans nicht gefiel. Von dort konnten wir mit dem Fahrrad hinfahren. Unser Timing war denkbar schlecht. Wir gingen am Dienstag nach Louhans. Am Ostermontag wäre ein grosser Markt gewesen, der weitum bekannt ist. Und als wäre das nicht genug, ist der Dienstag der offizielle Ruhetag. Fast alle Geschäfte und Restaurants haben geschlossen. 😢 Das war schon sehr schade!
Der Weg zurück in die Saône verlief weiterhin ruhig. Der Steg in Loisy war sehr schön und dort besuchte uns ein völlig unerwarteter Besucher. Eine Katze stand plötzlich auf dem Deck, miautzte und suchte nach einem Eingang. Sie schien sich gewohnt zu sein, dass es bei den Bootsbesitzern was abzustauben gibt. 😂 Das Restaurant hatte leider geschlossen: sie hatten selber Urlaub.
Auf dem Weg nach Chalon-sur-Saône machten wir in Tournus halt. Dort gibt es viele hochstehende Restaurants und wir haben wieder eines ausprobiert. Enttäuscht wurden wir wahrlich nicht!
In Chalon-sur-Saône gab es dann endlich eine längere Pause. Zumindest für mich. Christoph musste für zwei Tage zurück nach Zürich um zu arbeiten. Er hatte im vornherein Tickets für den TGV gebucht. Die Reise klappte reibungslos und er war begeistert vom Fahrtempo des TGVs.
Ich genoss derweil „Schöner Wohnen“ alleine im sicheren Hafen. 😉 Las endlich wiedermal in Ruhe ein Buch und stattete McDonalds einen Besuch ab anstatt zu kochen. 😂
Wir kamen am Samstag zurück nach St. Jean de Losne. Unsere französischen Nachbarn waren noch immer am Steg vom Campingplatz und wir legten uns neben sie. Beim gemeinsamen Abendessen erfuhren wir, dass sie nicht mehr in den Hafen zurück kommen werden. Sie planen im September endlich auf grosse Reise zu gehen. Wir freuen uns riesig für sie! Aber ich war auch wirklich traurig, dass wir sie nicht mehr als Nachbarn haben und bald nicht mehr sehen werden. 😢 Sie sind uns ans Herz gewachsen.
Unser Urlaub war sehr schön. Wäre der Canal du Centre nicht gesperrt gewesen, wären wir vielleicht nie in die Seille gefahren und die ist wirklich sehenswert. Schade waren nur all die verpassten Chancen, weil unser Timing immer irgendwie schlecht war.




































































































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