einmal fischersteg retour

Unseren ursprünglichen Plan, in den drei Wochen Sommerurlaub die kleine Saone bis zum Vogesenkanal zu fahren, hatten wir verworfen. Christoph hatte in den vergangenen Wochen sehr viel gearbeitet und wollte sich erholen. Der neue Plan: eine Woche im Grünen am Fischersteg, eine Woche Mantoche und eine Woche Pontarlier-sur-Saône bzw Rückfahrt.

Dieser Plan geriet gleich am ersten Tag ins Wanken. 😂 Wir hatten vor unserer Abfahrt zufällig Marie-Pierre und Albert getroffen und sie hatten uns spontan zu einem BBQ im Hafen „Alte Schleuse“ eingeladen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir fuhren am Samstagnachmittag mit dem Boot in den Hafen und legten uns einmal mehr neben die Liberté. Wir genossen einen geselligen Abend, an dem wir von den beiden bekocht wurden. Christoph freute sich, dass es auch Deutsch sprechende Gäste hatte.

Wir verabschiedeten uns am Sonntagmorgen von den beiden und fuhren los. In Les Maillys wurde der Platz gerade frei und so hatten wir nur gerade anderthalb Stunden bzw. 11 km entfernt unseren heutigen Schlafplatz gefunden. Ein herrlich ruhiges Plätzchen. Die Nacht darauf verbrachten wir in Lamarche-sur-Saône gleich beim Wohnmobilstellplatz. Am Morgen füllten wir nochmals unsere Wassertanks voll auf, holten Brot-Nachschub in der hiesigen Bäckerei und fuhren dann endlich zum Fischersteg. Wir hatten den Steg am Ende der Strasse Port Saint Pierre im grünen Nirgendwo so getauft, weil wir bei unserem ersten Besuch alle Fischer vertreiben mussten um anzulegen.

Die nächsten Tage verbrachten wir hier in Ruhe. Wobei wir die nicht so schönen Tage genutzt hatten um unsere Vorhangschienen zu montieren. Ab Donnerstag wurde es richtig schön und warm, sodass wir sogar baden konnten. Wir hatten vor die darauffolgende Woche in Mantoche zu verbringen. Aber irgendwie konnten wir uns nicht losreissen.
In der zweiten Woche wurde das Wetter leider wieder schlechter. Am Montag fuhren wir trotz Regen mit den Fahrrädern nach Gray. Wir hatten uns etwas in ein Postfach bestellt und mussten unsere Brot- und Gemüsevorräte auffüllen. Die 50km Hin- und Rückweg gingen heftig auf den Popo. 😂 Am Mittwoch fuhren wir mit den Rädern nach Pesmes (nur knappe 20km) an den Wochenmarkt. Gemäss Reiseführer gehört dieses Dorf zu den schönsten Frankreichs. Davon konnten wir nichts erkennen. Auch der Markt war – wie eigentlich zu erwarten war – enttäuschend. Die Fruchtcroissons aus der winzigen Bäckerei waren den Besuch allerdings wert!

Während unserer Zeit am Fischersteg durften wir einige neue Bekanntschaften machen. Das deutsche Ehepaar Alessandra und Thomas war mit ihren Hunden Henna und Max auf einem winzigen Mietboot unterwegs. Mit ihnen hatten wir uns sehr nett unterhalten. Alessandra kann mit ihrem Lachen ganze Eisberge schmelzen. 🥰😂
Später durften wir den Schweizer Peti kennenlernen. Die Chemie stimmte sofort und so ergab es sich , dass wir uns gegenseitig zum Mittag- bzw Abendessen einluden. Auch als er einige Tage später wieder hier anlegte um sich mit verschiedenen Freunden zu treffen wurde es am Esstisch einfach etwas enger. 👍

Am Dienstag der dritten Ferienwoche traten wir den Heimweg an. Wir legten für eine Nacht in Pontailler-sur-Saône an, wo wir uns ein Abendessen im Restaurant gönnten. Nächster Halt sollte Lamarche-sur-Saône werden. Da der Steg bereits belegt war legten wir gegenüber im Grünen mit selbst gesetzten Erdnägeln an. Das Wetter war herrlich und das Wasser warm. Wir genossen beides bis wir plötzlich feststellten, dass der Wasserstand der Saône aus unerklärlichen Gründen um gute 30cm gefallen war. An einem Schwimmponton oder Steg wäre das kein Problem gewesen. Hier am Bord reichte es aber, dass unsere Kelpie sanft auf Grund lief. Vermutlich hatten wir genau eine kleine Sandbank getroffen vom Abfluss eines angrenzenden Weihers. Wir machten uns los und entschieden weiter unten für die Nacht zu ankern. Es hatte kaum Wind und die Strömung war schwach, das klappte somit gut. Obwohl es unsere erste Ankernacht war, hatten wir beide gut geschlafen. Christoph schlief draussen auf der Pflicht im Schein des Erdbeer-Vollmondes.

Am Donnerstagmorgen, während der Fahrt nach Auxonne, rief mich Christoph zum Fahren nach drinnen. Die Bilgenpumpe arbeitete. 😳 Als wir sahen, dass das Wasser in der Bilge bereits bis knapp unter die Motorölwanne reichte, machte sich Nervosität breit. Woher kam das Wasser?! Ein defekter Schlauch an einem Seewasserventil? Oder noch verheerender ein defektes Seewasserventil selbst? Nach kurzer Suche war klar: Der Schlauch der Deckwaschpumpe war geplatzt. Sie pumpte fleissig Wasser ins Schiffsinnere und hatte unsere Kelpie bereits einige Zentimeter „tiefergelegt“. 😱 Dieser Schreckmoment hat aber sogar seine guten Seiten. Zum einen wissen wir nun, dass sie Bilgenpumpe funktioniert und, dass die kleine Warnleuchte links vom Steuerrad absolut unzureichend ist. Die hat Christoph mehr zufällig leuchten sehen. 🫣 Den Schlauch der Deckwaschpumpe haben wir direkt durch einen metallenen Druckschlauch ersetzt (die man auch in der Küche verwendet) und wir planen einen Wassermelder der im Sichtbereich leuchtet und (für die Nacht) ein akustisches Signal gibt.

In Auxonne angekommen legten wir am Flussteg an. Hier waren wir mit Ruth und Fritz verabredet. Am Freitag fuhren wir gemeinsam mit der Kelpie bis zum Campingplatz-Anleger in Saint-Jean-de-Losne. Nun war Christoph gefordert. Während wir im Campingplatz-Restaurant sassen, holte er bei sengenden Hitze zu Fuss unser Auto. Damit fuhren er und Fritz zurück nach Auxonne um das Wohnmobil nachzuholen.


Am Samstag genossen wir unseren letzten, heissen Ferientag. Am Abend hatten wir mit Albert, Marie-Pierre weitere Freunde und Ruth und Friz ein kleines Essen im Campingplatz-Restaurant. Es spielte Live-Musik und wurde getanzt. Die Musik hätte besser sein können und weil sie sehr laut war konnte man sich nicht mehr unterhalten. Das war schade.

Als wir am Sonntag zurück in den Hafen kamen mussten wir feststellen, dass unser Platz noch immer durch Tagesgäste besetzt war. 😡 Wir mussten notgedrungen in zweiter Reihe an der Liberté anlegen und hoffen darauf, dass der Hafenmeister es zeitnah auf unseren Platz umstellt. Zum Glück hatten bereits am Campingplatz das meiste Material ins Auto verladen. In zweiter Reihe wäre das richtig mühsam geworden.

Der Urlaub war herrlich erholsam. Fast zu sehr. Wir taten uns richtig schwer, als wir am Montag wieder zur Arbeit mussten…

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