osterferien

Relativ kurzfristig hatten wir beschlossen das lange Osterwochenende noch länger zu machen. Eine Woche Ausspannen und Arbeiten. Als Reiseziel hatten wir uns für Dole entschieden. Keine lange Anfahrt und gute Lage mit was zu sehen.

Nachdem wir am Freitag unser Material auf die Kelpie gehievt hatten, fuhren wir aus dem Hafen an den Quai. Auf dem Weg dahin legten wir einen Tankstopp ein. Der Diesel hat hier noch nicht aufgeschlagen! Während wir ein paar Stunden zuvor unser Auto zu €2.22 betankt hatten, kostete der Diesel hier noch €1,89 und das obwohl der Diesel am Wasser sonst immer ca. €0.20 mehr kostet. Gemäss dem Motto: günstiger wird’s vorerst nicht mehr, füllten wir unsere Tanks auf.
(Drei Wochen später kostet der Diesel nun €2.69/Liter 🫣)

Am Samstagmorgen fuhren wir zeitig los. Wir wussten, dass der Schweizerische Schleusenschiffer-Club dieses Wochenende einen Schleusenkurs veranstaltet und wir wollten vor ihnen auf dem Rhein-Rhone-Kanal fahren. Wir hatten einen Mittags-Halt in Abergement-la-Ronce geplant, doch die Zofie hatte sich so ungeschickt platziert, dass kein anderes Boot mehr Platz hat. In Choisey hatten wir mehr Glück und blieben gleich hier.

Nachdem Christoph sein Geburtstagsgeschenk ausgiebig getestet hatte, verschwand er im Motorraum. Er machte den Öl- und Filterwechsel am Antriebsmotor, wechselte die Kühlflüssigkeit, Impeller und tauschte alle zugehörigen Dieselfilter. Ab und an waren Flüche zu hören, die zeigten woran er gerade arbeitet. 🤭 Ich widmete mich derweil unserem Dreiwegeventil vom Toilettenauslass. Dichtungen tauschen und Urinstein raus brechen. Der ausströmende Duft mischte sich mit Öl- und Dieselgeruch. Lecker 🤢

Am Montag fuhren wir weiter nach Dole. Bei der letzten Schleuse öffnete sich die eine Tür nicht vollständig. Es hatte sich ein Stück Holz dahinter verkeilt. Wir probierten, ob wir trotzdem durch passen, mussten aber feststellen, dass es zu schmal war. Also wieder zurück und direkt vor dem Tor festgemacht. Ich ging von Bord zum Schleusenhäuschen um den VNF zu alarmieren. Keine fünf Minuten später erschien eine nette Dame und löste das Problem vor Ort.

In Dole legten wir uns gegenüber des Hafens an die Mauer, da wir weder Wasser noch Landstrom benötigen. Die nächsten Tage frönten wir dem süssen Nichtstun und waren mindestens genauso fleissig. Ich ersetzte die Fensterfolien unserer Kuchenbude. Nun sieht man wieder deutlich nach draussen aber weiterhin nicht nach drinnen. Christoph verfeinerte den Umbau des Badezimmers und erledigte gefühlt tausend Kleinigkeiten.

Als am Mittwoch der gegenüberliegende Jahrmarkt los ging, nervte sich Christoph über das Bass-Gewumme der Musik. Was eigentlich komisch ist, denn normalerweise bin ich diejenige, die sensibel auf sowas reagiert. Egal. Abends um halb sechs legten wir ab und verliessen Dole.

Eine Stunde später wendete Christoph die Kelpie, um am Steg von Choisey anzulegen. Während dem Wendemanöver verweigerte das Heckstrahlruder unerwartet seinen Dienst. Nachdem wir die Kelpie festgemacht hatten, gingen wir dem Problem auf den Grund. Wir checkten Sicherungen, Leitungen usw. und kamen zu dem Schluss, dass wohl der Motor hopps gegangen ist. 😩 Wir hielten mit dem Chefmechaniker der H2O Rücksprache und der kam zum selben Ergebnis. Leider ein schlechter und teurer Aprilscherz! Selbst reparieren ist nicht, da das gute Stück unter Wasser liegt.

Am Freitagmorgen gingen wir in Choisy Motorenöl kaufen und Christoph machte mit dem Service-Marathon weiter: Öl-, Kühlflüssigkeit- und Filter-Wechsel am Generator und alle zugehörigen Dieselfilter. Ich übernahm wie immer (murrend) die wenig ehrenvolle Aufgabe des Handlangers.
Anschliessend kam die Heizung dran. Den Dieselfilter der Heizung konnten wir nicht wechseln, da die neuen Filter ein anderes Gewinde hatten. So wie der derzeitige Filter aussah wurde der – vermutlich aus diesem Grund – die letzten Jahre nie gewechselt. 🥴 Einspritzdüse und Zündkerze bereiteten keine Schwierigkeiten. Richtig lustig wurde es, als Christoph einen kleinen Filter fand, der in der Anleitung nirgends erwähnt wurde. Schlussendlich konnte er alles wieder zusammen setzen und die Heizung sprang sauber an.

Nach dem anstrengenden Tag im Motorraum hatte sich Christoph ein Abendessen im Restaurant Grain de Sel (übersetzt Salzkorn) gewünscht. Wir hatten es bei einem Abendspaziergang durchs Dorf entdeckt. Die Karte ganz nach unserem Geschmack: ein 3 Gang-Menü mit jeweils zwei Wahlmöglichkeiten. Mehr Auswahl gibts nicht. Und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Am Samstag fuhren wir zurück an den Quai in St. Jean und genossen hier die letzten zwei Ferientage. Christoph überraschte mich auch dieses Jahr zu Ostern. Nachdem ich ihn darum gebeten hatte auf Schokolade zu verzichten, versteckte er doch tatsächlich 400 kleine Plastikentchen! Mir machte das Suchen wie immer grossen Spass… auch wenn ungefähr 50 Entchen noch nicht aufgetaucht sind. 😂


Anfang März, während unserem letzen Besuch auf der Kelpie haben wir die Trinkwasserleitungen gereinigt. Christoph installierte dazu einen Wasserkreislauf. So konnte er die Reinigungsmittel mehrmals durchlaufen lassen. Eine ganz schön unappetitliche Brühe. 🤮

Zukünftig werden wir Tank und Leitungen jährlich reinigen!

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